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 Einige historische Hintergründe zu: Eid, Schwur, Gelübde und Gelöbnis

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Adamant
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BeitragThema: Einige historische Hintergründe zu: Eid, Schwur, Gelübde und Gelöbnis   Mo 16 März 2009, 16:28

Eid, Schwur, Gelübte, Gelöbnis sowie Eidbruch und Meineid


Den Eid, den Schwur, das Gelübde, das Gelöbnis oder ein ihm entsprechendes Institut, finden wir zu allen Zeiten und bei allen Völkern. Seine Wurzel ist das durch Lüge und Treubruch geweckte Mißtrauen unter den Menschen. Man traut nicht mehr dem einfachen Wort und verlangt bei wichtigen Anlässen Sicherungen, Bürgschaften der Wahrhaftigkeit.
Ein Eid oder Schwur ist eine besondere Form des Versprechens, die den Schwörenden aufs Stärkste an das Gesagte bindet und von ihm zur Bekräftigung in ritualisierter Form abgenommen wird. Eine falsche Aussage wird als Meineid hart bestraft. Durch Eid bekräftigt werden neben Zeugenaussagen vor Gericht auch der Wille zu treuer Pflichterfüllung in Dienst oder Amt oder redliches Bemühen um wahrhaftige und unparteiliche Arbeit und bei gutachterlicher Tätigkeit.
Zum Eid wird eine besondere Form gewahrt. Zum Beispiel wird die rechte Hand erhoben, die linke auf einen heiligen Gegenstand gelegt, im christlichem Raum nimmt man dazu häufig eine Bibel.
Oder aber die linke Hand wird hinter den Rücken gelegt.

Die griechischen Götter sammelten sich zum Schwur am Wasser der Styx. Wenn einer den heiligen Eid brach, blieb er zur Strafe für ehn Jahre von der Gesellschaft der Götter ausgeschlossen. (HESIOD, Theogonie, 793-804)
Die Menschen soll der Kentaur Chiron Eid und Opfer gelehrt haben. Schutzgott des Eides war Zeus Horkius, bei den Römern der dem Pluto gleichgesetzte Orcus.
Der erste Eid wurde nach nordischer Überlieferung gebrochen, als die Asen dem Baumeister Midgards den vereinbarten Preis, die Göttin Freyja, nicht geben wollten und der Gott Thor voller Zorn zuschlug (Edda, Völuspá, 20). Dadurch wurde neuer Streit mit den Riesen heraufbeschworen, deren Geschlecht der Baumeister angehörte.
Nordischer Schutzgott des Eids war Ullr.

Die Bibel kennt den Eid, mit dem der Verdächtige seine Unschuld beteuert (2. Mose 22,9f.) und Eide, die Versprechen oder Drohungen bekräftigen. Jesus lehnte jegliche Art des Schwurs ab (Mt 5,33-37). Seine Anhänger sollen durch innere Wahrhaftigkeit überzeugen, nicht durch äußerliche Symbolik.
Christliche Schutzpatrone gegen den Meineid sind Desiderius von Langres, Germanus von Auxerre, Maximinus von Trier und Pankratius, Rächer des Meineides ist Julianus von Brioude. Als Bewahrer des Eides wird Polyeuktos von Melitene genannt.

Wird einem ein Eid aufgezwungen so kann man versuchen ihn abzuleiten, indem Zeige- und Mittelfinger der linken Hand hinterm Rücken überkreuzt werden. Eine andere Methode sieht vor, Zeige- und Mittelfinger der linken Hand ausgestreckt Richtung Boden zu richten.
Der „Magisch-sympathetische Hausschatz” teilt hierzu Brauchtum aus Schlesien mit. So soll man die göttliche Strafe für den Meineid ableiten können, indem beim Schwören der Daumen eingebogen wird oder man die Gesäßbacken zusammenkneift. Oder es werden drei Finger der linken Hand zu Boden gehalten und in die Tasche gesteckt, während beim Schwur drei Finger der rechten Hand emporgehalten werden. Der Eid gehe dann nach unten hinaus und fahre in die Erde. (Das sechste und siebente Buch Mosis, 148) Der Schwörende gleicht dann einem Medium, durch welches der Eid nur hindurchgeht. (BÄCHTOLD-STÄUBI, II, 668)
Es soll auch nützen, beim Meineid ein Stück Brot unter der Achsel zu tragen, das man hernach einem Hund zu fressen gibt (Das sechste und siebente Buch Mosis, 148) Weiter soll helfen, die linke Hand in die Seite zu stemmen oder während des Schwörens einen Hosenknopf abzudrehen. (BÄCHTOLD-STÄUBI, II, 3668)
Sonst heißt es, nicht allein der Ort, wo ein frevelhafter Meineid geschworen wurde, sei auf immer verflucht, auch wer vor Gericht einen Meineid schwört, der werde vom Teufel geholt und müsse binnen Jahresfrist sterben. Das Haus des Meineidigen, der bis zu seinem Tod noch den Bösen Blick haben soll, soll für seine Nachkommen unbewohnbar werden, er selbst dort als Wiedergänger spuken und Unglück bringen (WEHR, 161). Für den Meineid bei Antritt eines politischen Mandats scheint das nicht zu gelten.
Eine Sage erzählt: „Im Odenwald beim Kloster Schönau liegt ein Ort, genannt zum falschen Eid. Da hat auf eine Zeit ein Bauer geschworen, der Acker gehöre sein; alsbald öffnerte sich der Erdboden unter seinen Füßen, und er versank, daß nichts übrigblieb als sein Stab und zwei Schuhe. Davon hat die Stelle den Namen erhalten.
Sonst weiß man auch von Meineidigen, daß ihnen die aufgerichteten Finger erstarren und nicht mehr gebogen werden mögen oder daß sie verschwarzen; auch daß sie nach dem Toder der Leute zum Grab herauswachsen.” (SCHNEIDER, n. GRIMM, Nr. 100)
Einer Sage nach geht am Bödenteich zwischen Horst und Elmshorn (Holstein, Norddeutschland) seit hunderten von Jahren ein verwunschener Prinz um. Dieser hatte einst einen Meineid geschworen und muß darum in Neumondmondnächten als lange feurige Gestalt mit brennendem Kopf und einem Spinnrad unter dem Arm dort leiden. (n. MÜLLENHOFF, Nr. 292, in: HUBRICH-MESSOW, 178)
Als die Eidgenossen am Rütli ihren Schwur taten, soll einem der Schwörenden, welcher ein Verräter des Bundes war, Feuer aus Mund und Nase gefahren sein und auch sein Haus soll von selbst zu brennen begonnen haben. (GRIMM, Nr. 102)

Ein Fest zu Ehren des Gottes Mercurius feierten in Rom jeweils am 15. Mai die Kaufleute. Dabei besprengten sich diese gegenseitig mit Wasser, weil die Kaufleute „sich damit von den Meineiden zu reinigen vermeynten, die sie in ihrem Handel und Wandel bis dahin begangen hatten”. (HEDERICH, Sp. 1598, der sich hier auf OVID, Fast. v. 671 bezieht)
Papst Urban II. (1088 bis 1099) verbot Geistlichen das Ablegen feudaler Eide. (GRABOIS, 584)
Ein für die Schweiz bedeutsamer Eid ist der Rütlischwur von 1291, der zur Begründung der Schweizer Eidgenossenschaft führte.
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