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 Jagdrausch!

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Gorgo
Meister der Feuermagie
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BeitragThema: Jagdrausch!   Di 25 Jan 2011, 23:14

Eine Begebenheiten am Gargarn 25. Jedwin 761 n.d.B. im Land der tausend Seen.

Kleine weiße Schwaden hingen in der nächtlichen Luft und er versuchte seine Atemzüge etwas zu mäßigen um die verräterischen Spuren zu verdecken, welche seine Atmung verursachte. Kurz nur konzentrierte er sich auf den pochenden Schlag seines Herzens und den Fluss seines Blutes. Und beides verlangsamte sich nur durch seine Willenskraft. Die winterliche Kälte hatte das gesamte Land im festen Griff und kleine vereinzelte Schneeflocken tanzten durch die Nacht um dann in einem Bett aus gefrorenen Kristallen zur Ruhe zu kommen. Der frisch gefallene Schnee bildete eine durchgehende weiße Decke und silbrig glitzerten die harsch gewordenen Eiskristalle unter dem Sternbehangenen Himmelszelt. Der Schnee und die Sterne tauchten den Wald in ein graues diffuses Licht, das die Dunkelheit vertrieb und die nächtliche Stille trug Geräusche über weite Entfernungen mit sich. Es war eine herrliche Nacht um zu verweilen, doch er war aus einem anderen Grund gekommen – er befand sich auf der Jagd.

Den Wald kannte er schon von früheren Begegnungen her und so wusste er auch wo sich das Wild befand. Die Wildwechsel hatten sich auch nach Jahren nicht geändert und wie schon damals nutze das Rotwild die alten Wege auch heute noch. Verdeckt durch einen kahlen Strauch, der im Winter sein grünes Blätterkleid abgeworfen hatte, kniete er und lauschte in die Nacht hinein. Die helle fast aschfahle Haut seines Körpers und die dunkle Lederhose passten sich dem Bild des Nachthains an und für einen unbedachten Betrachter wäre er Unsichtbar gewesen. Er spürte seine innere Anspannung und die Vorfreude der bevorstehenden Jagd. Es würde eine Jagd werden wie er sie liebte… Es war nicht vergleichbar mit jenen martialischen Kämpfen die er sich mit Orks oder anderen Wessen sonst lieferte. Es würde eine Jagd unter gleichgestellten sein. Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit würden entscheidend für den Ausgang dieser Jagd sein und auch das Glück würde seine Finger mit im Spiel haben.

Ein leises knacken im Unterholz, ließ ihn den Atem stocken. Er spähte in die Nacht, versuchte den Ursprung des Geräusches zu erkennen. Doch es war noch zu weit entfernt gewesen. Die nächtliche kälte griff nach ihm und kroch langsam unter seine Haut, so daß er mehrmals die Muskeln anspannen musste um mit frischem warmen Blut ihre Geschmeidigkeit zu erhalten. Es mussten jetzt schon einige Stunden vergangen sein die er ausharrte, doch selbst die kleinste Bewegung hätte seine Anwesenheit verraten und so hielt er weiter aus. Er spürte es mehr als das er es hörte, wie die gefrorene Schneedecke unter kleinen Hufen einbrach. Kaum vernehmlich war das leise knirschen der vorsichtigen aufeinander folgenden Schritte in der Nacht. Der ganze Körper des Jägers spannte sich und war bereit zum Sprung. Nur die Hose diente ihm als Kleidung und ein Jagdmesser dessen Klinge leicht nach oben gebogen war als Waffe. Der Wind stand günstig und trug seinen Geruch weg, so das die Beute ihn nicht wittern konnte.

Dann trat ein kapitaler gerader Zwölfender unter dem Schatten der Bäume hervor. Aufmerksam hob und senkte sich der Kopf des Rothirsches und mit geöffneten Maul und bewegenden Nasenspiegel versuchte er die Witterung des Jägers aufzunehmen. Große ovale Augen sondierten die Umgebung und die spitzen steil aufgerichteten Ohren versuchten verräterische Geräusche zu erkennen. Der Hirsch wirkte angespannt, ebenso wie es der Jäger nun auch war. Die Vorderläufe waren leicht angewinkelt um eine schnelle Flucht zu ermöglichen. Der Hirsch spürte die Gefahr, doch er wusste sie noch nicht zu bestimmen. Zaghaft tat er einen Schritt nach dem anderen und zwischendurch verharrte er immer wieder und versuchte einen möglichen Feind auszumachen. Nun da er nur noch wenige Meter entfernt vom Jäger auf einer kleinen Lichtung stand, war es an der Zeit die eigentliche Jagd zu beginnen.

Er spannte kurz vor dem Sprung nochmals die Muskeln an, seine Hand umklammerte den Horngriff seines Messers so fest das das weiß der Knöchel hervortrat. Dann brach er mit einem gewaltigen Satz aus dem Unterholz hervor und kam genau vor dem Hirsch zum stehen. Kurz nur blickten sie sich beide an… die opalisierenden Augen des Jägers deuteten keine Gnade an und der verschreckte gelbliche Blick des Hirsches zeugte von seiner Fluchtbereitschaft. Wie zu erwarten warf sich der Hirsch herum und begann in weiten Sprüngen zwischen den eng aneinander stehenden Bäumen zu verschwinden. Der weiße Spiegel des Hirsches leuchtete dabei wie ein weitsichtbares Signal und zeugte dem Jäger die Richtung an.

Genau auf die Flucht des Hirsches hatte er gewartet und es war zugleich der Startschuss für ihn selber gewesen. Mit schnellen geschmeidigen Bewegungen folgte er dem Hirsch, tauchte unter trocknenden Ästen hindurch und übersprang größere Steine oder vertrocknete Baumstämme die im Weg waren. Die sich wiederholenden Haken des Hirsches sah er voraus und so folgte er mühelos jeder neu eingeschlagenen Richtung. Sein Atmen ging schnell und das Blut raste nun durch seine Adern, die Muskeln waren bis zum Zerreisen angespannt und er musste sein ganzes Können aufbieten um den Hirsch nicht zu verlieren. So jagten Jäger und Beute einer wilden Horde gleich durch den nächtlichen Wald. Ihre Hetzjagd ließ die anderen Tiere verschreckt verstummen und nur die stummen Bäume waren Zeuge des unausweichlichen Schauspiels. Wieder änderte der Hirsch seine Richtung um den Verfolger abzuschütteln und wieder sah der Jäger es voraus. Der breite Stamm einer alten Eiche war genau das richtige um dem Hirsch endgültig den Weg abzuschneiden. Aus vollem Lauf sprang der Jäger mit einem Bein dagegen, zog das andere nach und stieß sich kraftvoll vom Stamm ab. Der schnelle Sprung katapultierte ihn in die neu eingeschlagene Richtung des Hirsches und er streckte sich das Messer in der Hand haltend um das Tier zu erreichen.

Tief drang die gebogene scharfe Klinge in das Fleisch des verängstigten Tieres ein, durchtrennte Muskelfasern und Sehnen. Warmes rotes Blut lief über das Heft des Messers und über die Hand des Jägers, tropfte dabei auf den weißen Schnee und gab ihm eine blasse rosa Farbe. Er hatte das Messer mit voller Kraft in die Brust des Tieres gestoßen und dabei zielsicher das schlagende Harz getroffen. Noch im Lauf brach das Tier durch die tödliche Verletzung und dem Gewicht des Jägers zusammen und beide überschlugen sich während der Schnee in wilden Fontänen aufstiebt. Ein letztes mal hob sich die Brust des Tieres und ein langgezogener Seufzer schien dem blutigen Maul zu entfahren. Dann kehrte die vorherrschende Stille des Waldes zurück, als wäre nichts geschehen. Der Jäger zog das Messer aus der tiefen Wunde und säuberte es im Schnee. Schwer atmend kniete er neben dem Hirsch und dankte ihm für die Jagd. Das leben was er genommen hatte würde andere nähren und es ihnen leichter machen den Winter zu überstehe. Es war eine gute und Ehrenhafte Jagd gewesen!

Das weitere Prozedere war tausendmal eingeübt und ging schnell von statten. Der Jäger band die Läufe des Tieres mit biegsamen Zweigen zusammen und hängte ihn Kopfüber an einem Baum auf. Der Schnitt war präzise angesetzt und kurz als er die Kehle des Hirsches auftrennte um ihn ausbluten zu lassen. Auch den Bauch öffnete er mit zwei weiteren schnitten und entnahm dem Tier die ungenießbaren Gedärme, die er unter dem Schnee Verscharrte. Erst als seine Arbeit getan war, hängte er sich das Tier über die Schultern und machte sich auf den Rückweg zu seinen Jagdgefährten, die es sich inzwischen bestimmt an einem nächtlichen Feuer bequem gemacht haben…
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